Das künstlerische Werk von Gabriele Kurzbauer bewegt sich zwischen Bild und Skulptur. Ihre Arbeiten entfalten ihre Wirkung im genauen Hinsehen und im Nachvollziehen von Oberfläche, Licht und Struktur. Sie fordern Aufmerksamkeit ohne laut zu sein und entwickeln gerade daraus ihre nachhaltige Präsenz.
Die Künstlerin arbeitet mit einem Baumwollstoff, der in eine Kleber-Leim-Mischung getaucht und im nassen Zustand verarbeitet wird. Auf Leinwand oder Holz aufgebracht, wird das Material modelliert und bleibt formbar. Erst während des Trocknens verfestigt sich die Struktur und nimmt ihre endgültige Form an.

Aus diesem Vorgehen entwickelt sich eine skulpturale Formensprache, die den Bildträger aus seiner Zweidimensionalität löst. Schichtungen, Ausformungen und feine Verschiebungen erzeugen reliefartige Oberflächen, die in den Raum hineinragen. Die dadurch entstehenden Schatten heben Details hervor und lassen andere Oberflächen zurücktreten. Je nach Lichteinfall und Standpunkt verändern sich die Werke somit in ihrer Erscheinung.
Die ausgestrahlte Ruhe der Arbeiten entsteht aus der Klarheit der Setzungen. In dieser Ästhetik liegt eine stille Dynamik: Serielle Elemente und reduzierte Formen kehren wieder, werden variiert oder verschoben.
Die Wiederholungen erzeugen einen Rhythmus, der den Blick führt, ohne ihn festzulegen. Kleine Abweichungen halten die Struktur lebendig, während Material und Bearbeitung sichtbar bleiben und die Spuren des Prozesses die Wirkung unterstreichen.
Ein weiterer Werkkomplex der Künstlerin sind ihre fotografischen Collagen. Die Bilder zeigen Naturspiegelungen, die von ihr weiterbearbeitet und bemalt werden. Durch diesen Eingriff verändern sich Farbigkeit und Stimmung der Motive. In der Collage greifen mehrere Bildebenen ineinander, verschieben sich oder werden durch transparente Schichten miteinander verbunden. Realität und Spiegelung, Eingriff und Abbild lassen sich nicht mehr eindeutig voneinander trennen. Dadurch entstehen Bildräume, die mit Wahrnehmung und Illusion spielen.
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Gabriele Kurzbauer’s work exists between image and sculpture. Its impact unfolds through close looking and through tracing surface, light, and structure. The works demand attention without becoming loud, and it is precisely from this restraint that they derive their lasting presence.
The artist works with cotton fabric that is soaked in a glue mixture and shaped while still wet. Applied to canvas or wood, the material is modeled and remains pliable. Only as it dries does the structure solidify and take on its final form. From this process emerges a sculptural language that frees the pictorial surface from its two-dimensionality. Layers, formations, and subtle shifts create relief-like surfaces that extend into space. The resulting shadows highlight certain details while allowing others to recede. Depending on the light and the viewer’s position, the works continuously change in appearance.
The calm presence of the works arises from the clarity of their formal decisions. Within this aesthetic lies a quiet dynamism: serial elements and reduced forms recur, are varied, or slightly shifted.
Small deviations keep the structure alive. These repetitions generate a rhythm that guides the eye without fixing it. By leaving both material and process visible, the traces of making reinforce the overall effect of the works.
A further group of works consists of her photographic collages. The images depict reflections of nature, which she further alters and paints over. Through this intervention, both color and atmosphere are transformed. Within the collage, multiple image layers interweave, shift, or are connected through transparent strata. Reality and reflection, intervention and depiction, can no longer be clearly distinguished. The result is a pictorial space that plays with perception and illusion.